Psycho.Logic

Wie man unschwer erkennen kann, geht es in meinem Blog vorrangig um meinen Kampf gegen mich selbst. Also was ist mit mir los?

Die offiziellen bisherige Diagnosen, die ich bekommen habe, lauten:

Mittelgradige depressive Episode (2005 gestellt)

Dysthymia (2010 gestellt)

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, emotional instabile Züge, schizoide Züge (2010 und 2012 gestellt)

Klingt relativ harmlos, mittelgradig, Episode… Ist es aber nicht. Es ist die reine Qual. Denn dazu gehören:

Antriebslosigkeit

Derealisation/Depersonalisation bis hin zu Dissoziation

relativ häufig Kopfschmerzen

häufige Schwindelanfälle

tiefe Niedergeschlagenheit

Suizidgedanken und -phantasien

ab und an Schlafstörungen

Selbstverletzendes Verhalten

Unkontrollierbare Grübeleien

Unfähigkeit, sich zu konzentrieren

Vergesslichkeit

permanente Erschöpfung

Selbsthass

mangelndes Selbstbewusstsein

Sozialer Rückzug

Schnelle Erschöpfung bei Unternehmungen mit Freunden/Bekannten

Das bin ich. Zumindest zum Teil. Und es hat rein gar nichts mit „Emo“, Faulheit oder sonstwas zu tun. Und „mich einfach mal zusammenreißen“ geht nicht. Das weiß jeder, der in etwa eine Ahnung hat, was „Depression“ bedeutet. Es ist eine Krankheit. Eine Störung der Psyche. Und wenn „mittelgradig“ schon so eine Qual bedeutet, möchte ich nicht wissen, was „schwer“ bedeutet. Obwohl ich persönlich der Meinung bin, oft auch Phasen schwerer Depression zu haben.

Und diese habe ich nun wieder zu bekämpfen angefangen.

Vor ca. 5 Jahren hatte ich schon einmal eine Therapie gemacht bei einem psychologischen Psychotherapeuten. Damals hatte ich noch Medikamente abgelehnt, was ich aber viel später bereute.

Die Therapie half, es ging mir gut. Aber kein Jahr später fingen die Rückfälle an. Und diese haben nun ein Ausmaß angenommen, das es mir fast unmöglich machte, noch zur Uni zu gehen und normal meinen Alltag zu bewältigen.

Also bin ich nun bei einem Psychiater in Behandlung und habe diesmal die Medikamente nicht abgelehnt. Es geht nicht mehr ohne. Vom 18. Mai bis zum 13. Juli 2010 war ich dann in einer psychosomatischen Klinik und war danach bis Ende 2011 in ambulanter Psychotherapie.

Momentan nehme ich jeden Tag:

Venlafaxin morgens 150 mg

Davor habe ich Citalopram 30mg genommen, welches aber keinerlei Wirkung hatte (außer seltsame, unkontrollierbare Euphorie-Anfälle). Zum Glück auch keine Nebenwirkungen.

Das Venlafaxin hat sehr lange gebraucht, bis es eine Wirkung gezeigt hat. Es stabilisiert mich, so dass ich nicht mehr in zu krass tiefe Löcher falle, bringt die Suizidgedanken weitgehend zum Schweigen und lindert meine Angst vor fremden Menschen. Und auch hier habe ich keinerlei nennenswerte Nebenwirkungen.

Zweimal habe ich bisher versucht, das Medikament auszuschleichen, beide Male mit ärztlicher Unterstützung und beide Male hat es nicht funktioniert. Beim zweiten Scheitern bin ich sogar für zwei Wochen in die Psychiatrie gegangen, weil es mir einfach zu schlecht ging.

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