Wohin mit mir?

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Wirklich gute Frage. Ich weiß nicht, wohin mit mir. Ich bin innerlich unruhig und nervös, äußerlich gelähmt und lethargisch. Wenn ich an meinen letzten Termin beim Psychiater zurückdenke vor einem Monat oder so, komme ich mir erbärmlich vor. „Alles bestens, ich merk psychisch nicht viel von der Dosisreduktion.“ Zu dem Zeitpunkt entsprach das ja auch der Wahrheit.

Aber jetzt…? Der Optimismus ist verflogen wie… keine Ahnung. Aber ich traue mich nicht, hin anzurufen und einen Termin auszumachen. Das ist erbärmlich und ich darf es nicht. Ich wollte das Medikament ausschleichen und nun hab ich das auch auszusitzen und durchzuziehen. Ich hab die Therapie mit einem Lächeln beendet, ich war überzeugt, jetzt gehts. Ich bin einigermaßen gesund und kann die Tabletten auch absetzen, ich brauch sie nicht mehr. Das dachte ich. Jetzt denke ich es nicht mehr. Aber ich darf nicht wieder zurück. Es darf mir nicht schlecht gehen. Es ist so unlogisch und jeder vernünftige Arzt wird da wohl auf den Gedanken kommen, dass ich nur so tue als ob.

Ich muss das jetzt weiter durchziehen, ich hab es ja selbst so gewollt.

Meine Güte, ich bin durcheinander. Ich würde am liebsten mit irgendwem darüber reden, aber jeder normale Mensch und vor allem die Ärzte würden mich wohl auslachen und mir sagen, ich bins selbst schuld und Rückzieher gibts nicht. Es gibt genug andere Leute, die Hilfe, die ich nicht brauche, dringender nötig haben.

Also.

Alles halb so wild. Aussitzen.

Bis zum bitteren Ende.

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Empathie ist grausam

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Ich hasse es, an einem einzigen Wort, das er im Chatfenster schreibt, seine aktuelle Stimmung zu spüren. Es ist nur ein „huhu“, das er immer als Begrüßung schreibt, aber ich spüre, ich weiß sofort, ob es ihm gut oder schlecht geht.

Ich hasse es, von der dicken Luft erdrückt zu werden, die zwischen Menschen herrscht.

Ich hasse es, die Überforderung einer Schülerin, die vor mir sitzt, körperlich zu spüren. Ihren Klos in meinem Hals zu haben. Zu spüren, wie ihre Tränen in meine Augen schießen. Ihre innere Blockade in der Brust zu spüren, wenn sie aufgibt.

Ich hasse es, im Bus diesen Wust aus Stimmungen und psychischen Zuständen zu spüren, wenn ich auch nur ansatzweise mit meinem Blick ein Gesicht streife.

Und ich hasse es, auf der Arbeit die Wut der Kunden wie Faustschläge in den Magen zu spüren.

Ich hasse diese Empathie. Manchmal wünsche ich mir, eiskalt zu sein. Mich abschirmen zu können. Aber das kann ich nicht. Ich weiß nicht, wie das geht. Und wenn ich jemandem erzähle, wie stark ich solche Dinge wahrnehme, werde ich nur belächelt. „Nun übertreibst dus aber.“ „Wie soll denn das bitte gehen?“

Ich hasse es, wie die Emotionen anderer ungefiltert auf mich einprasseln.

Twitter und so

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Hrm. Ja, ich habe nun auch Twitter. Fragt mich nicht, warum. Da rechts oben könnt ihr es ja sehen, die aktuellsten Tweeds von mir, üblicherweise nichts weltbewegendes. Wahrscheinlich sind Langeweile, meine aktuelle Laune und daraus resultierender widerlicher Mitteilungsdrang daran schuld.

Ich habe in den letzten zwei bis drei Wochen fast 3 Kilo abgenommen. Das ist durchaus erfreulich angesichts meines Übergewichtes. Ich nehme mal stark an, dass es an meinem fast vollständigen Verzicht auf Milchprodukte liegt. Ich habe eine Milcheiweiß-Intoleranz (NICHT Lactose, das ist was völlig anderes), die für reichlich Babyspeck sorgt(e), wenn ich nicht drauf achte(te). Naja gut, die chronische Appetitlosigkeit und daraus resultierendes Kaum-noch-was-essen haben sicher auch ihren Teil dazu beigetragen.

Und wie man oben sehen kann, habe ich anlässlich dessen noch eine neue Seite eingefügt, um das ganze zu beobachten und zu dokumentieren. Allerdings ist die Passwortgeschützt, ihr versteht sicher, dass ich nicht will, dass jeder, der zufällig auf meinem Blog landet, das sieht. Wir Frauen hadern ja gern mit unserem Gewicht. Zudem gehöre ich nicht zu diesen Möchtegern-Essgestörten, die stolz überall im Web damit rumprahlen, wie wahnsinnig schnell sie sich zu Tode hungern. War dieser Satz jetzt gemein? Ja, war er wahrscheinlich. Ist mir aber gerade egal, ich bin nicht gut gelaunt.

Krankenhäuser „triggern“?

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Ich hasse das Wort „triggern“…Ein eingedeutschtes Unwort. Egal.

Ich war heute morgen mit meiner Freundin und Mitbewohnerin kurz im Krankenhaus, da sie sich beim Joggen irgendwas an der Hüfte/am Rücken verzerrt hatte. Dadrin kam in mir völlig plötzlich recht stark der Drang auf, mich zu schneiden. Ich habe keine Ahnung, wieso. Eigentlich mag ich Krankenhäuser nicht, eben wie die meisten Leute wegen der Atmosphäre. Aber kaum waren wir da drin und gingen/humpelten durch diese klinisch weißen Gänge, hatte ich wieder lauter Bilder und Fantasien im Kopf. Und natürlich haben sich dieser Drang und diese Gedanken jetzt wieder festgefressen.

Und ich hasse mich gerade selbst irgendwie dafür. Ich meine, was soll denn das? Ich war in nem Krankenhaus als Begleitung und uuuh nun muss ich mir was antun. Ganz toll. Wie erbärmlich ist denn das?

Ganz großes Kino.

Schicksalsgedanken

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Ich habe, wenn ich unterwegs bin, immer ein Notizbuch bei mir, in das ich ab und an Gedankengänge reinschreibe. (Ich liebe btw. diese Moleskine-Büchlein.) So auch am Dienstag dieser Woche. Der folgende Text ist also nicht von heute, sondern schon ein paar Tage alt.

„Ich habe mal wieder ewig nichts hier geschrieben und eigentlich hab ich auch gerade keine Gedanken, die ich niederschreiben muss. Aber ich sitze hier an der Bushaltestelle und habe noch ewig Zeit  und irgendwie den Drang, etwas zu schreiben.

Mein Medikament ist fast abgesetzt, ich bin nun auf der niedrigstens Dosis von 37,5 mg. Letzte Woche hatte ich schon die Befürchtung, dass es wieder scheitert; es ging mir miserabel. Erst konnte ich gar nicht weinen, so wie früher. Einen Tag später habe ich dann aber stundenlang geweint. Und ich bin trotz allem in diesem Zustand arbeiten gegangen. Ich kann es mal wieder gar nicht wirklich in Worte fassen. Es war einfach nur grauenvoll. Purer seelischer Schmerz, absolute Verzweiflung und absolute Hoffnungslosigkeit. Es gibt nichts schlimmeres, als in solch einem Zustand gefangen zu sein und weder ein noch aus zu wissen.

Natürlich waren die gewissen Gedanken und Dränge auch wieder da und natürlich habe ich mich wieder geschnitten. Aber nun geht es mir wieder besser. Zum Glück. Vielleicht hätte Krisenintervention geholfen, aber vielleicht wäre es auch übertrieben gewesen. Ich weiß es nicht. Im Endeffekt hat es sich ja zum Glück als vorübergehender Zustand entpuppt. Ich hoffe sehr, dass das nicht nochmal vorkommt.

Ich möchte nur sehr ungern in eine Psychiatrie, obwohl ich schon ewig diese seltsame Vorahnung habe, dass ich doch irgendwann dort lande. Es ist, als entwickle sich mein Leben, mein Schicksal, darauf hin, dass ich früher oder später für mindestens zwei Wochen in der geschlossenen Station der Psychiatrie bin. Es erschreckt mich zwar nicht, aber es muss auch nicht unbedingt sein. Ich möchte es doch gern weitestgehend vermeiden. Auch wenn es sich unvermeidlich anfühlt.

Ich wüsste nur zu gern, wo diese komische Vorahnung, die schon an Gewissheit grenzt, herkommt. Ich hätte sie lieber nicht. Ich fürchte nämlich, dass ich unbewusst auf dieses „Ende“ hinarbeite. Und dummerweise fühle ich, dass es gar nicht mal mehr so lange dauert, bis es soweit ist.

Wie Unwetterwolken, die den Horizont verdunkeln.“

Wieder auftauchen

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Es ist Gott sei Dank vorbei und ich kann wieder klar denken. Die Schmerzwelle aus dem vorigen Post hatte ihren Höhepunkt am Freitag, die letzten Tage waren einfach nur grauenvoll. Am Freitag dann kamen endlich die Tränen und ich habe erst einmal stundenlang geweint. Jetzt geht es wieder. Mein Geist hat sich beruhigt und ist zu seinem normalen Melancholielevel zurückgekehrt.

Nun kann ich auch endlich von dem ersten Treffen der Selbsthilfegruppe berichten.

Vorweg: Ich bin skeptisch. Jedoch nicht wirklich wegen der Leute, sondern eher wegen der Organisation. Es war eine pädagogische Mitarbeiterin da, die in den ersten Treffen wohl die Gruppe noch organisatorisch begleitet. Jedoch ist das Ziel, dass sich die Gruppe nach 3 oder 4 Treffen komplett selbst organisiert. Das heißt, es soll einer der Gruppe etwas mehr Verantwortung übernehmen und sich darum kümmern, dass ein Raum zur Verfügung steht und auch die Sitzungen moderieren.

Naja, schön und gut, es ist ja immerhin eine Selbsthilfegruppe. Aber ist das nicht ein bisschen viel Belastung in Anbetracht des Krankheitsbildes, das wir hier haben? Wir waren zu sechst. Sechs an Depressionen erkrankte Menschen, teils gerade mitten in einer Episode drin… Und davon soll einer die Diskussionen leiten und den Raum organisieren? Bei anderen Krankheitsbildern oder Themen mag das ja funktionieren, aber da haben die Mitglieder auch eher die Kraft, das ganze zu organisieren und sogar Moderator zu sein.

Aber bei Depressionen? Bei einer Krankheit, in der man teils nicht mal die Kraft hat, morgens aufzustehen? Oder übertreibe ich jetzt?

Ich halte es für besser, wenn eine solche Gruppe von jemandem begleitet würde, der halbwegs ein Fachmensch ist. Ich selbst wäre dazu beim besten Willen nicht in der Lage. Ich weiß noch nicht, ob ich dauerhaft dabeibleiben werde. Das nächste Mal gehe ich noch hin denke ich. Und je nachdem, wie diese Sitzung ist, entscheide ich, ob ich es lasse oder dabeibleibe.

Zum Ablauf ist zu sagen, dass es bei dem ersten Treffen hauptsächlich um organisatorische Dinge ging. Aber auch eine Vorstellungsrunde wurde gemacht, in der jeder sagen konnte, ob er schon mal in Therapie war und seit wann er/sie weiß, Depressionen zu haben. Die jüngste war 25 (ich bin nur zweitjüngste, yay) und die älteste war iwas über 60. Interessanterweise hatten die jüngste und ich die meiste Therapieerfahrung. Zwei der anderen waren sogar noch nie in Therapie.

Hm… mehr war eigentlich nicht gewesen. Das ganze hatte ca. 1,5 Stunden gedauert und am Schluss wurden noch einige Gruppenregeln erarbeitet, die sich mit denen, die es in den Gruppen in der Klinik gab, deckten.

Nunja. Selbsthilfegruppe. Ich stehe dem ganzen irgendwie eher ambivalent gegenüber.

 

Schmerzwelle

Den ganzen Tag über konnte ich richtig spüren, wie mit jeder Minute meine Stimmung immer weiter sank. Sie war schon beim Aufwachen nicht gut, aber den ganzen Tag musste ich dabei zusehen, wie sie Moment um Moment weiter in tiefe Dunkelheit versank. Nein, ich konnte nichts dagegen tun. Ich habe es versucht, aber es hat nichts gebracht.

Und nun ist meine Stimmung da, wo ich sie nicht erreichen kann und in mir wütet ein gräßlicher Schmerz. Mir ist zum Weinen zumute, aber ich kann nicht. Ich kann nicht mehr weinen. So wie früher. Ich habe Druck auf der Brust, jede Bewegung fällt mir schwer und meine Seele schmerzt und schreit und ich kann nichts tun, die Schmerzen zu lindern. Klare Gedanken zu fassen ist gerade auch nur noch schwer möglich, es ist nur noch… Chaos da. Ein Chaos aus Schmerz.

Ich hasse es.

Schlechte Tage

Ich habe wieder einen Verzweiflungsschub, wohl ausgelöst durch meine Gehaltsabrechnung. Ich weiß nicht weiter und habe auch gar keine Kraft irgendwie für irgendwas. Ich fühle mich wieder so schrecklich müde und erschöpft. Auf rein geistiger Ebene. Lebensmüde kann man es nennen, glaube ich. Es ist mir einfach alles zu viel.

Der Gedanke an Selbstverletzung ist wieder aufgekommen und hat sich in meinem Kopf festgesetzt. Genauso wie die Fragen nach dem „warum“.

Warum ist das Leben so ein Kampf?

Warum ich?

Warum kann ich nicht so glücklich sein wie andere?

Warum habe ich die Therapien überhaupt gemacht?

Warum strampele ich mich eigentlich so ab?

Warum will ich eigentlich leben?

 

Selbsthilfegruppe…?!

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Ich spiele mit dem Gedanken, an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen. Ich hab keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, aber irgendwann schoss mir dieser Gedanke in den Kopf und hat sich da auch festgesetzt.

Die Therapie ist schon seit ein paar Monaten zu Ende und das Antidepressivum fast abgesetzt. Aber trotzdem fühle ich mich alles andere als „geheilt“. Und ich hab das Gefühl, dass ich es nie sein werde. Dieses Ding, das den fachlichen Namen „Dysthymia“ hat, grinst mich jeden Tag mit leeren Augen aus dem Spiegel an.

Ich habe vor, nächstes Semester endlich wieder zur Uni zu gehen und den Endspurt endlich durchzuziehen. Ich habe nur Angst, dass ich es nicht schaffe. Ich habe Angst, dass ich wieder in dem Gefühl der Überforderung und Lethargie versinke und einfach nicht mehr hingehe, wie letztes Jahr schon. Ich hatte es versucht, bin aber gescheitert.

Vielleicht… Vielleicht hilft eine Selbsthilfegruppe da ja irgendwie, vielleicht gibt sowas ja irgendwie Halt.

Hat irgendwer von den Lesern dieses Blogs Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen? Wenn ja, würde ich mich freuen, wenn der oder diejenige diese teilen könnte.

Verdammte…!

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Himmelherrgottnochmal ich bin genervt. Mein Schlafrhythmus ist sowas von dermaßen am Ar***. Und ich weiß nicht mal, warum überhaupt. Gut, letzte Woche ging es mir die ganze Woche nicht wirklich gut und ich hab viel geschlafen. Ich war in einem Loch, aber das hat wohl daran gelegen, dass ich wieder zu Hause und nicht mehr bei J. war. Jetzt geht es mir wieder gut, dafür kann ich aber nicht mehr schlafen. Beziehungsweise nicht mehr regelmäßig und gleichmäßig viel. Ich gehe erst frühmorgens um 5 Uhr ins Bett, schlafe den halben Tag (nach mindestens 2-stündigem Kampf ums einschlafen) und bin abends wieder hellwach. Am Sonntag wars auch ganz toll… Da habe ich es geschafft, mal um 3 Uhr nachts ins Bett zu gehen. Als ich aufwachte, war es dunkel und ich dachte, es sei noch früh und ich hätte grade mal 3 oder 4 Stunden geschlafen. Als ich aber dann auf die Uhr schaute, stand da doch tatsächlich 18:05…. Ich hab den ganzen Tag verschlafen?! What the…?? Ich glaub, ich steh im Wald.

Super. Gestern bin ich dann aber tatsächlich mal vor 12 Uhr mittags aufgestanden, war heute nacht aber trotzdem nicht müde. Ergebnis: Ich bin erst um halb 7 (heute morgen!) ins Bett und hab meinen Psychiatertermin um 11 verschlafen. -.-; Ganz toll. Ganz großes Kino. Trotz Wecker, der weit weg von mir am Boden liegt immer, damit ich aufstehen muss, um ihn auszuschalten. Selbst das krieg ich also mittlerweile im Schlaf hin. 😐

Jetzt hab ich also morgen um 11:30 einen Termin beim Psychiater. Das Venlafaxin wird dann wohl noch weiter runterdosiert auf 37,5 mg. LOL und ich wette, wenn ich ihm von meinen Schlafproblemen erzähle, verschreibt er mir wieder sowas wie Zopiclon. -.- Also besser Klappe halten.

Man, nervt mich das.